
Zahlen aus 2025
Das BALZ lindert die Armut in Berlin mit professioneller Beratung
Das BALZ-Team hat 9037 Beratungen im letzten Jahr durchgeführt. Hiervon waren 5349 weiblich, 3503 männlich, 24 divers und 161 Personen machten keine Geschlechtsangabe. 1164 Personen wurden über das Beratungsportal der Diakonie online beraten. Von den Ratsuchenden waren 2190 erwerbstätig und mussten ihr geringes Gehalt mit Bürgergeld aufstocken.
Im Rahmen des von SENASGIVA geförderten Projektes "Unabhängige Erwerbslosenberatung" wurden 6988 Beratungen durchgeführt. 2049 Beratungen fanden in den Selbsthilfegruppen des „Treffpunktprojektes“ statt.
Auch 2025 wurden wieder rund ein Drittel Personen im Bezug von Arbeitslosengeld (SGB III) beraten. Das zweite Drittel sind erwerbstätige Personen, allen voran Alleinerziehende, die oftmals diverse Ansprüche auf Sozialleistungen haben und größtenteils mit Bürgergeld aufstocken. Das letzte Drittel ist im Bezug von Bürgergeld (SGB II), worunter sich auch viele Langzeitarbeitslose befinden. Die häufigsten Beratungsthemen waren: Kosten der Unterkunft (KdU), Verschuldung, diverse Aspekte der Bedarfsgemeinschaften und fehlerhafte Bescheide. Auffällig war im Jahr 2025, dass sehr viele Beratungsanfragen zur digitalen Antragstellung „jobcenter.digital“ kamen. Hierzu informiert und engagiert sich das Beratungsteam intensiv und fordert mit vielen Wohlfahrtseinrichtungen einen "Dummy-Zugang" für Beratungsstellen, denn es ist immer wieder ein Hindernis am Telefon zu beraten, wenn man nicht zeitgleich durch das Programm "jobcenter.digital" navigieren kann.
Die sogenannte Bürgergelddebatte hat auch im Jahr 2025 auf die Beratungssituation abgefärbt. Viele Hilfsbedürftige sind verunsichert und machen sich Sorgen um ihre Zukunft, auch weil ihre soziale Situation in der gesamten politischen Debatte ums Bürgergeld ignoriert wurde. Es gab wohl kaum eine politische Debatte in Deutschland, die von so wenig Kenntnis über die Betroffenen und soviel ressentiment gegenüber armen Menschen geprägt war. Zum Beispiel befinden sich viele pflegende Angehörige unter den Bürgergeldbeziehenden, von denen so gut wie nie die Rede war. Das BALZ-Team hat vor dem Hintergrund der neuen Gesetzesänderungen die Befürchtung, dass sich die eh schon problematische Wohnungssituation der Ratsuchenden weiter verschärft und Obdachlosigkeit forciert - insbesondere in Berlin.
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